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G e s c h i c h t l i c h e r   R ü c k b l i c k


Den Beschluss zur Bildung des Zweckverbandes fassten die Gemeindevertretungen der Gemeinde Kaltenkirchen am 17.2.1966, der Gemeinde Ulzburg am 25.2.1966 und der Gemeinde Henstedt am 11.2.1966.

Durch Verfügung des Herrn Landrates vom 24.8.1967 ist die Bildung des Zweckverbandes Wasserversorgung Kaltenkirchen - Ulzburg - Henstedt beschlossen und die Verbandssatzung festgestellt worden. Zum 1. Januar 197o haben sich die Gemeinden Ulzburg und Henstedt zu einer Großgemeinde vereint. Aus diesem Grunde ist nach Beschluss der Verbandsvertretung der Name des Zweckverbandes geändert in

 „Zweckverband Wasserversorgung Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg“

Ab 1968 wurde mit Großinvestitionen der Aufbau der zentralen Wasserversorgung betrieben. Neben dem Bau des Wasserwerkes in Kaltenkirchen wurden die Aufträge zur Verlegung einer Transportleitung von Kaltenkirchen bis Henstedt-Rhen sowie zum Ausbau der Ortsnetze in allen 3 Orten erteilt. 1973 wurde am Wasserwerk Kaltenkirchen ein zweiter Reinwasserkeller mit einem Fassungsvermögen von 2.000 m³ errichtet. 1976 wurde der Auftrag erteilt, eine zweite Transportleitung von Kaltenkirchen bis Henstedt-Rhen zu bauen. 1978 begannen die Planungen für den Bau eines zweiten Wasserwerkes in Henstedt-Rhen, das im Dezember 198o in Betrieb genommen werden konnte.

Für den Wasserleitungsbau kann von einer Vollversorgung der verbandsangehörigen Gemeinden gesprochen werden. Es fehlt nur der Ausbau von Versorgungsleitungen zu den einzeln gelegenen Ausbauten in Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg.

Die Geschäftsführung des Zweckverbandes liegt bei der Stadt Kaltenkirchen. Die Verbandsverwaltung ist im Wasserwerk am Kamper Weg untergebracht. Ende 1991 wurde ein neues Verwaltungsgebäude fertig gestellt und bezogen.

In Kaltenkirchen wurden ca. 3oo Wasserzähler aus einem Baugebiet übernommen. Aus dem bestehenden teils veralteten Ortsnetz Ulzburg sind weitere 62o Wasserzähler übernommen worden, mithin 92o. Zurzeit werden ca. 12.100 Wasserzähler jährlich abgerechnet. Die Verbandsversammlung hat im Herbst 1993 beschlossen, ab 1994 Abschlagszahlungen auf die künftige Wassergebühr zu erheben und eine Jahresabrechnung durchzuführen.

Die Zahl der Wasserzähler wird sich durch den weiteren Ausbau in den verbandsangehörigen Gemeinden noch erheblich steigern.

Mit der zunehmenden Zahl der Anschlussnehmer ist auch die Wasserabgabe gestiegen. Die Wasserabgabe hat sich wie folgt entwickelt:

Jahr/Menge

1968 274.699 m³ 1983 2.114.042 m³ 1998 2.976.900 m³
1969 458.375 m³ 1984 2.033.746 m³ 1999 3.100.500 m³
1970 627.878 m³ 1985 2.049.357 m³ 2000 3.086.141 m³
1971  786.388 m³ 1986 2.201.424 m³ 2001 3.116.911 m³
1972 996.000 m³ 1987 2.202.709 m³ 2002  3.074.547 m³
1973 1.191.000 m³ 1988 2.360.298 m³ 2003 3.188.428 m³
1973  1.320.000 m³ 1989 2.481.082 m³
1975  1.467.000 m³ 1990 2.500.286 m³
1976 1.621.634 m³ 1991  2.666.884 m³
1977 1.622.989 m³ 1992 2.894.760 m³
1978 1.728.829 m³ 1993  2.796.143 m³
1979 1.785.564 m³ 1994  2.973.616 m³
1980 1.867.527 m³ 1995  2.995.195 m³
1981 1.929.673 m³ 1996 2.926.343 m³
1982 1.993.768 m³ 1997 2.982.378 m³

Das Wasserwerk Kaltenkirchen am Kamper Weg wurde Ende Mai 197o in Betrieb genommen. Es hat eine stündliche Aufbereitungskapazität von 36o m³. Die Wasserförderung erfolgt aus 4 Tiefbrunnen mit einer Leistungsfähigkeit von 6o bis 7o m³/h. Die Brunnen haben eine Tiefe von 55 bis 6o Meter. Ein 5. Tiefbrunnen mit einer Förderleistung von 13o m³/h ist im Frühjahr 1972 fertig gestellt worden. Ein 6. Tiefbrunnen mit einer Förderleistung von 14o m³/h ist im Herbst 1976 in Betrieb genommen worden.

Das Wasserwerk verfügt über einen Reinwasserkeller mit einem Fassungsvermögen von 93o m³, aus dem durch Druckpumpen die Wasserabgabe in das Versorgungsnetz mit einem Betriebsdruck zwischen 5,8 bis 6,o bar erfolgt. Ein 2. Reinwasserkeller, unterteilt in zwei Kammern zu je 1.ooo m³ ist im Sommer 1974 fertig gestellt worden.

Das Wasserwerk ist mit einem Notstromgerät ausgestattet. Es besitzt die erforderliche Energieleistung für die Aufrechterhaltung des Werksbetriebes bei Stromausfall.

Das Wasserwerk Henstedt-Rhen wurde im Dezember 1979 in Betrieb genommen. Die stündliche Aufbereitungskapazität ist ebenfalls auf 36o m³ ausgelegt und ausgebaut. Hier sind vier Tiefbrunnen mit einer Leistungsfähigkeit von je 12o m³/h fertig gestellt. Diese Brunnen haben ebenfalls eine Tiefe von ca. 55 Metern.

Ende 1989 wurde das Wasserwerk Henstedt-Rhen durch den Neubau eines Reinwasserkellers mit einem Fassungsvermögen von ca. 3.2oo m³ erweitert. Anfang 1990 erhielt das Werk Henstedt-Rhen eine Notstromversorgungsanlage, mit der ebenfalls der gesamte Werksbetrieb bei Stromausfall aufrechterhalten werden kann.

Die Orte bzw. Ortsteile Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg und Ulzburg-Süd sind über eine Ringtransportleitung von ca. 6,3 km Länge verbunden. Ferner sind Orts- und Verteilungsnetze einschließlich der Haupttransportleitung verlegt:

             in Kaltenkirchen ca. 83 km,

             in Henstedt-Ulzburg ca. 117 km.

Insgesamt sind einschließlich Transportleitungen, jedoch ohne Hausanschlussleitungen, ca. 200 km Wasserversorgungsleitungen verlegt worden.

Der Wasserpreis konnte von 1968 bis 1973 unverändert mit o,70 DM/ m³ gehalten werden. Bis zum 31.12.1969 betrug der Wasserpreis im Ortsteil Ulzburg für nicht aufbereitetes Wasser aus der alten bestehenden Wasserversorgungsanlage o,50 DM/ m³. Seit Mitte Oktober 197o wird auch der Ortsteil Ulzburg mit aufbereitetem Trinkwasser und Brauchwasser durch den Zweckverband aus dem Werk Kaltenkirchen versorgt. Weitere Kostensteigerungen und dringende Ermahnungen des Landesrechnungshofes führten zu einer Anhebung des Wasserpreises auf o,75 DM/ m³ ab 1.1.1974.

Das Gesetz zur Einführung einer „Grundwasserentnahmeabgabe“ verpflichtet den Zweckverband als Betreiber von Grundwasserentnahmestellen, je m³ entnommenes Grundwasser o,10 DM als Grundwasserentnahmeabgabe zu entrichten. Aus diesem Grunde ist der Wasserpreis ab o1. April 1994 um o,11 DM auf o,86 DM; heute -,44 Euro netto angehoben worden. Bedingt durch eine weitere Anhebung des Wassergroschens von 0,055 Cent auf 0,11 Cent wurde der Wasserpreis ab 1. Jan. 2004 auf 0,50 Cent netto je m³ festgesetzt.

Nach der neuesten Übersicht des Bundesverbandes der Gas- und Wasserwirtschaft e.V. liegen wir mit unserem Wasserpreis von 75 erfassten Unternehmen aus Schleswig-Holstein mit an der untersten Grenze. Neben uns geben noch 4 weitere Versorgungsunternehmen Wasser zum Preise von o,86 DM/ m³ und darunter ab.

Neben der Sicherstellung der Versorgung mit Trink- und Brauchwasser für das Gebiet der Verbandsmitglieder sind mit den Gemeinden Oersdorf und Kisdorf (für ein Baugebiet westlich der K 97) den Gemeinden Lentföhrden/Nützen und dem Eigenbetrieb Wasserversorgung Amt Kisdorf Wasserlieferungsverträge abgeschlossen worden.

Ferner wird durch die Verbandsverwaltung seit Dezember 1993 die Geschäftsbesorgung für den "Eigenbetrieb Wasserversorgung Amt Kisdorf" wahrgenommen. Der Eigenbetrieb Wasserversorgung Amt Kisdorf betreibt die zentrale Wasserversorgung für die Gemeinden Hüttblek, Kisdorf, Struvenhütten, Stuvenborn und Winsen. Endziel des Eigenbetriebes Amt Kisdorf ist es, die zentrale Wasserversorgung für alle amtsangehörigen Gemeinden zu betreiben.

Dem Geologischen Landesamt ist vor einigen Jahren der Auftrag erteilt worden, aufgrund neuester geologischer Erkenntnisse ein Gutachten für das Wasserwerk Kaltenkirchen auszufertigen. Nach dem Stand dieses Gutachtens gibt die Aussage über die Quantität und Qualität unseres geförderten Grundwassers keinen Anlass zur Besorgnis.

Unsere vorangegangenen Untersuchungsergebnisse sind im Ministerium für Natur, Umwelt und Landesentwicklung aufgegriffen worden und haben dazu geführt, dass die weitergehenden Arbeiten zur Festsetzung eines Wasserschutzgebietes in Gang gebracht worden sind.

Die Verbandsversammlung hat im Jahr 1993 den Beschluss gefasst, eine Studie über die weitere Versorgungsmöglichkeiten des Verbandsgebietes erstellen zu lassen. Auf der Grundlage dieser Studie fasste die Verbandsversammlung am 15.o6.1995 den Beschluss, als Standort für ein drittes Wasserwerk oder Werkserweiterung das Gelände in Kaltenkirchen, Kamper Weg, zu nutzen. Ein Ing.-Büro wurde beauftragt, unverzüglich die erforderlichen Grundwassererkundungen zu veranlassen und auszuschreiben, damit unter Berücksichtigung der geologischen Erkenntnisse der endgültige bauliche Standort festgelegt werden kann.

Nachdem im Jahre 1996 vier weitere Grundwassermessstellen errichtet worden sind, sollen im Frühjahr 1998 nach einem Dauerpumpversuch weitere Erkenntnisse ausgearbeitet und vorgelegt werden.

Die Erweiterung des Wasserwerkes Kaltenkirchen wurde im Jahre 2000 in Auftrag gegeben. Der Erweiterungsbau wurde im Frühjahr 2004 abgeschlossen werden. Die Aufbereitungskapazität wurde auf 600 m³/h erweitert. Gleichzeitig wurde ein weiterer Reinwasservorratskeller von 2.000 m³ Inhalt erstellt, sodass nunmehr das Reinwasserspeichervolumen in Kaltenkirchen 4.200 m³ umfasst.

Verbunden mit der Erweiterung des Wasserwerkes war ein Auftrag zur Herstellung einer Transportleitung DN 400 von Kaltenkirchen (Wasserwerk) bis Kaltenkirchen-Süd, Kisdorfer Weg. Mit dieser zusätzlichen Transportleitung von ca. 3.400 m wird die Verteilung in das Versorgungsnetz sichergestellt. Zum 1. Januar 2004 erfolgte eine Umstrukturierung des Zweckverbandes.

Der Zweckverband fördert nach wie vor für die verbandsangehörige Stadt Kaltenkirchen und für die Gemeinde Henstedt-Ulzburg Wasser und bereitet es in den vorhandenen Wasserwerken auf. Dazu kommt die Verteilung im Versorgungsnetz des Gemeindegebietes der Gemeinde Henstedt-Ulzburg. Für den Bereich der Stadt Kaltenkirchen wird das Wasser zur Weiterverteilung an die Stadtwerke Kaltenkirchen GmbH bereitgestellt.